Individuelle Kundenbetreuung, keine Lösung von der “Stange”, Dokumente sorgfältig ausgearbeitet ohne überflüssiges Beiwerk © 2006 Dr.Ulrich Herrmann aktualisiert:07.07.2014 Die fünf Systemelemente des Umweltmanagements                              1.Umweltpolitik                              2.Planung                              3.Implementierung und Durchführung                              4.Kontroll- und Korrekturmaßnahmen                              5.Bewertung durch die oberste Leitung ISO 14001 1. Umweltpolitik In der Umweltpolitik werden die umweltrelevanten Leitlinien des Unternehmens beschrieben, in denen sich das Unternehmen verpflichtet, die Umweltleistung aufrechtzuerhalten und soweit wie möglich zu verbessern. Die Umweltpolitik ist die übergeordnete Strategie des Unternehmens für das Umweltmanagement und kann als treibende Kraft für die Umsetzung und Verbesserung des Umweltmanagementsystems verstanden werden. Die Umweltpolitik muss durch die oberste Leitung festgelegt und verabschiedet werden. Durch diese Verankerung im obersten Management wird der hohe Stellenwert der Umweltpolitik unterstrichen. Die verabschiedete Umweltpolitik muss allen Mitarbeitern und interessierten Kreisen bekanntgemacht werden. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Umweltpolitik auf Anfrage intern und extern verbreitet werden kann. In der Umweltpolitik muss auch die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung und Vermeidung von Umweltbelastungen sowie zur Einhaltung der relevanten gesetzlichen Umweltbestimmungen enthalten sein. 2. Planung Das Systemelement »Planung« umfasst Verfahren zur Ermittlung von umweltrelevanten Aspekten sowie Verfahren bei der Ermittlung der gesetzlichen und anderen Forderungen. Es werden die Zielsetzungen und Einzelziele sowie die zugehörigen Umweltmanagementprogramme festgelegt. Systemelemente des Umweltmanagements nach ISO 14001 3. Durchführung und Implementierung Festlegen der Strukturen, Abläufe und Verfahren sowie die entsprechenden Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege, einführen und dokumentieren. Folgende Themen zu betrachten: - Organisationsstrukturen und Verantwortlichkeiten - Schulung, Motivation, Bewusstseinsbildung - Interne und externe Kommunikationswege - Dokumentation für das Umweltmanagement - Notfallvorsorge und Notfallmaßnahmen 4. Kontroll- und Korrekturmaßnahmen Die zwei Arten von Kontrollverfahren: Zum einen werden umweltrelevante Abläufe und Verfaren laufend geprüft, zum anderen wird die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems durch Umweltmanagementsystem- Audits geprüft. Es werden Verfahren festgelegt und umgesetzt, mit denen wichtige Aspekte umweltrelevanter Tätigkeiten und Arbeitsabläufe regelmäßig erfasst, überwacht und dokumentiert werden. Werden durch die Kontrollverfahren Abweichungen von der Umweltpolitik, den Zielen oder festgelegten Verfahren festgestellt, müssen Korrektur- oder Vorsorgemaßnahmen ausgelöst werden. Das Umweltmanagementsystem-Audit prüft die Funktionsfähigkeit des Systems, indem es die ordnungsgemäße Implementierung, Aufrechterhaltung und Dokumentation testet. Weiterhin soll das Audit feststellen, ob das Umweltmanagementsystem den selbst gesetzten Forderungen sowie den Forderungen der ISO 14001 entspricht. Die Durchführung der Umweltmanagementsystem-Audits kann durch interne oder externe Personen erfolgen. 5.Bewertung durch die oberste Leitung Die oberste Leitung bewertet das Umweltmanagementsystem in regelmäßigen Abständen. Hierdurch sollen die Eignung, die Angemessenheit und die Wirksamkeit des Systems gewährleistet werden. Das Verfahren der Bewertung sorgt dafür, dass vorab die nötigen Informationen erhoben werden müssen und ist somit ein sinnvolles Kontrollinstrument für die Funktionsfähigkeit des UM-Systems. Die Einführung eines Umweltmanagementsystems gemäß DIN EN ISO 14001  ist Bestandteil der EMAS II (Anhang I, Teil A). Die Anforderungen der EMAS II liegen aber gerade in Bezug auf "legal compliance" und "Verbesserung der Umweltleistung" über den Anforderungen der ISO 14001 Alle Organisationen können sich an EMAS II beteiligen: "An EMAS kann sich jede Organisation beteiligen, die ihre Umweltleistung verbessern möchte" Berücksichtigung indirekter Umweltaspekte Bei den Unternehmen sind neben den direkten Umweltauswirkungen der Unternehmenstätigkeit am Standort auch die indirekten Umweltauswirkungen durch Produktion von Rohstoffen und Vorprodukten bei Zulieferern (vorgelagerte Stufen) bzw. Nutzung und Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen durch Kunden (nachgelagerte Stufen) relevant. Diese sind aber nur insoweit zu berücksichtigen, als Produkte die Umweltauswirkungen der Unternehmenstätigkeit am jeweiligen Standort prägen. Produktökologie und indirekte Umweltauswirkungen sind insbesondere bei Dienstleistungsunternehmen relevant. Jährliche Validierung der Umwelterklärung Die jährliche Validierung der Umwelterklärung wird aus den Kontrollmechanismen der ISO 14001 übernommen. Dabei ist zu beachten, dass die Umweltgutachter während der jährlichen Kontrollen nur die jeweils geänderten Umweltaspekte überprüfen. Von der Häufigkeit der Aktualisierungen kann abgewichen werden, insbesondere bei kleinen Unternehmen und wenn es keine Änderungen beim Betrieb des Umweltmanagementsystems gibt. Es ist aber sicherzustellen, dass innerhalb von 36 Monaten alle Umweltaspekte des Unternehmens der Prüfung unterzogen wurden. Die jährlichen Managementreviews, wie sie nach ISO 14001 gefordert werden, werden ebenfalls für EMAS II übernommen.